Pressemitteilung vom 12.12.2011 / Wiesbadener Kurier
Herrs Doppelpack entscheidet
Eiskalt vor dem Germania-Tor: Karadeniz-Stürmer Andre Herr (Mitte)
lässt sich auch von Polat Yolver (rechts) nicht behindern. Foto: rscp
SPIEL DES TAGES Karadeniz schlägt Germania verdient mit 2:1 / Aufstieg noch nicht abgehakt
Gülden Sahin war der Erfolg ihrer Mannschaft förmlich anzusehen. Nach dem Schlusspfiff strahlte die 1. Vorsitzende des SKG Karadeniz über beide Ohren. „Dieser Sieg war immens wichtig für unsere Jungs, die Betreuer und den ganzen Verein“, gab die 32-Jährige nach dem 2:1-Erfolg zu Protokoll. Und schenkt man der sympathischen Bau-Ingenieurin Glauben, so wird es nicht der letzte Erfolg eines Vereins bleiben, der unter der Führung einer tatkräftigen Funktionärin große Pläne schmiedet. Sahin, die auf dem Fußballplatz groß geworden ist, übernahm im Juli unerwartet das Amt ihres Vorgängers Kacar. „Der plötzliche Tod unseres ehemaligen Vorsitzenden war für uns alle ein großer Schock. Aber ich wollte die Mannschaften nicht im Stich lassen“, sagt Sahin. „Gerade in schwierigen Zeiten ist es für mich wichtig, Zusammenhalt zu zeigen und weiter nach Vorne zu schauen.“
Konzept für die Zukunft
Das ist ihr und den Verantwortlichen rund um den Verein wahrlich gelungen. Die erste Mannschaft spielt - theoretisch - noch um den Aufstieg. Das Reserveteam wurde für die meisten erzielten Tore im Monat November ausgezeichnet. Und in der Planung stehen zwei Nachwuchs-Mannschaften in der C- und D-Jugend. Ein Konzept, das für eine erfolgreiche Zukunft stehen soll.
Obwohl SKG-Trainer Murat Odabas krankheitsbedingt nicht am Geschehen teilnehmen konnte, dürfte er nur Lobeshymnen seiner Chefin nachträglich zu hören bekommen. „Es war ein gutes Spiel meiner Mannschaft, wenn man davon absieht, dass uns viele gesperrte Stammkräfte gefehlt haben“, sagte Sahin nach dem Spiel. „Den Sieg widmen wir unserem Trainer.“
Karadeniz begann sehr stark, kombinierte sicher aus Abwehr und Mittelfeld und war in den ersten 20 Minuten klar tonangebend. Nach einem schönem Zuspiel von Mittelfeldspieler Ümit Yildiz setzte sich Top-Torjäger André Herr gekonnt gegen zwei Abwehrspieler der Germania durch und erzielte aus kurzer Distanz das 1:0 für die Hausherren. Das Nervenkostüm von SG-Trainer Michael Klinkhammer wurde somit bereits zu Beginn der Partie arg in Mitleidenschaft gezogen. Unzählige Fehlpässe und ein sichtlich schwaches Passspiel seiner Elf eröffneten den Gastgebern alle Möglichkeiten im Spielaufbau und der Chancenverwertung. Lediglich SG-Akteur Alex Ginter prüfte durch zwei Schüsse aus aussichtsreicher Position SKG-Torhüter Cibic, die dieser aber problemlos parierte. Nach der Pause zeigten sich die Gäste sichtlich bemühter und spielten nun auf Augenhöhe mit den Gastgebern. In der 66. Minute glich die Germania verdient aus: Ein Schuss von Alex Ginter wurde auf der Linie zunächst geklärt, beim Nachschuss von Richard Adu-Young hatte SKG-Schlussmann Cibic jedoch keine Chance. Doch die Freude über den Ausgleich verpuffte bereits nach wenigen Minuten. André Herr erzielte nach einer wunderbaren Flanke von Ümit Yildiz die erneute Führung für die Gastgeber (72.). Die Germania fiel von nun an wieder in das Loch der Anfangsphase und konnte sich glücklich schätzen, dass SKG-Stürmer Said Silakhori in der 88. Minute einen Konter leichtfertig vergab.
SG-Trainer Klinkhammer zeigte sich nach Abpfiff als fairer Verlierer und gestand sich die Niederlage ein: „Das Ergebnis geht in Ordnung. Meine Mannschaft war heute schlicht und ergreifend zu schwach.“ Eine mögliche Erklärung für das schwache Auftreten seiner Elf, insbesondere im Mittelfeld, ist sicherlich das verletzungsbedingte Fehlen von Mittelfeld-Motor und Kapitän Ingo Tepper. „Man hat gemerkt, wie sehr er uns fehlt.“, ergänzte Klinkhammer. Doppeltorschütze Herr, der in dieser Runde die 30-Tore-Marke anpeilt, zeigte sich rundum zufrieden: „Die Mannschaft hat im Gesamten sehr gut gearbeitet.“ Für einen möglichen und laut Sahin noch nicht abgeschriebenen Aufstieg ist Herrs Treffsicherheit sicher auch künftig von großer Bedeutung.
SKG Karadeniz: Cibic; Yurtseven, Gündüz, Gugic, Sahin, Yalciner, Yildiz, Bilgili, Günay, Silakhori, Herr
SG Germania: Saveca; Lauf, Schulte (81. Zejnlovic), Kiebing, M. Sauer, P. Yolver, Adu-Young, Ginter, Wilhelm, Kolak, Hüthwohl.
Tore: 1:0 Herr (9.), 1:1 Adu-Young (66.), 2:1 Herr (72.).- SR: Stephan Philipp.- Zuschauer: 50.
Von Sebastian Thurau
Quelle: Sabah Avrupa
Pressemitteilung vom 11.08.2011 / Türkische Presse, Sabah Avrupa
Kuzey’in yıldızlarına Nevşehirli sahip çıktı

ALMANYA’NIN Wiesbaden kenti yakınlarındaki Biebrich kasabasının takımı SKG Karadenizspor Kulübü’nün Başkanı Şenol Kaçar’ın iki ay önce ani vefatının ardından boşalan kulüp başkanlığına Nevşehirli 32 yaşındaki Gülden Şahin getirildi. Sosyal Demokrat Parti’sinin (SPD) Wiesbaden Belediye Meclis üyeliği görevini de sürdüren Şahin, “Bu zor günde takımı yalnız bırakamazdım” dedi. Sporla iç içe olan bir aileden geldiğini ifade eden Şahin, kulübe yabancı olmadığını belirtti. Şahin, “Babam daha önce başkanlık yaptı. Kardeşim de futbol oynuyor. Takıma gönülden bağlıyım, bu acı günümüzde takımı çekip, çevirecek toparlayacak ve lige hazırlayacak birisi lazımdı. Ayrıca takımın başında maça çıkamadan vefat eden başkanımız Şenol Kaçar’ın hedeflerini de iyi bilen birisi olarak arkadaşlarımın desteğiyle takımın başına getirildim” diye konuştu.
Kadir İNCE / WİESBADEN
Quelle: Sabah Avrupa
Pressemitteilung vom 04.08.2010 / Wiesbadener Tagblatt
Die Nationalität spielt keine Rolle
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Die Fußballer der SKG Karadeniz (hier in blauen Trikots gegen die SG Italia) haben in der alten Saison den Klassenerhalt in der Kreisoberliga geschafft. Foto: hbz/Jörg Henkel |
KARADENIZ Sport- und Kulturgemeinschaft will wieder eine Fußball-Jugendmannschaft gründen
Gülden Sahin wird sicherlich in die Annalen der Sport- und Kulturgemeinschaft Karadeniz Wiesbaden (SKG) eingehen. Denn sie ist seit der Vereinsgründung 1988 die erste Frau im Vorstand.
Sahin kennt die SKG von Kindesbeinen an. „Mein Vater war hier Vorsitzender, mein Bruder spielt hier Fußball.“ So fühlt auch sie sich dem Verein verbunden, der nach einer Gegend in der Türkei benannt wurde, aus der viele der in Wiesbaden lebenden Türken stammen.
Sahin engagiert sich bei der SKG als Geschäftsführerin. „Man sagt den Türken ja nach, dass sie gerne unter sich sind“, sagt sie lächelnd. Tatsächlich sind von den 36 Mitgliedern aber nur die Hälfte Türken. Denn die SKG verstehe sich als ein Verein für Menschen aller Nationen. Ein weiterer Beweis dafür seien die beiden Fußballmannschaften der SKG. Die erste und die zweite Mannschaft seien von Anfang an multikulturell aufgestellt gewesen. Hier kickten in den vergangenen Jahren unter anderem Türken, Griechen, Bosnier, Italiener, Marrokaner, aber auch etliche Deutsche.
Aktuell spielt die erste Mannschaft in der Kreisoberliga und die zweite Mannschaft in der Kreisliga C. „Früher hatten wir auch Jugendmannschaften“, erinnert sich Sahin. Aus finanziellen und organisatorischen Gründen hätte das Angebot für die Nachwuchskicker eingestellt werden müssen. Der Verein spielt aber mit dem Gedanken, die Jugendarbeit wieder aufleben zu lassen. Einige Vorstandsmitglieder wollen aufgrund der hohen Nachfrage wieder eine Jugendmannschaft gründen. Wann ist allerdings noch unklar. Bisher ging es auch ohne Jugendmannschaft.
„Viele unserer Mitglieder sind seit Vereinsgründung 1988 mit Herzblut dabei. Über sie sind viele junge Leute wie Kinder, Neffen oder Bekannte dazugekommen“, berichtet Sahin. Ihrer Auskunft nach fühlen sich die Spieler der ersten und zweiten Mannschaft im Verein wohl. Sie schätzen, dass Nationalitäten hier keine Rolle spielen und dass sie respektiert werden, wie sie sind. Auch deshalb sei der Zusammenhalt in den Mannschaften gut.
Neben Fußball pflegt die Sport- und Kulturgemeinschaft Karadeniz keine weiteren Sportarten. Und was spielt sich im kulturellen Bereich ab? „Früher hatten wir einmal Folkloregruppen“, blickt Sahin zurück. Sowohl Kinder als auch Jugendliche seien unterrichtet worden. Am 23. April - das ist in der Türkei der „Tag der Kinder und der Souveränität“ - organisierte die SKG einst einen Kultur- und Erlebnistag. Darüber hinaus besuchten Vereinsmitglieder gemeinsam kulturelle Veranstaltungen. „Doch das ist alles eingeschlafen, das war nicht mehr zu bewältigen“, bemerkt die Geschäftsführerin. Heute konzentriere man sich ganz auf den Fußball, der ohnehin immer der Schwerpunkt des Vereins gewesen sei.
Schon in der SKG Anadoluspor, aus der die Sport- und Kulturgemeinschaft Karadeniz 1988 hervorging, wurde Fußball gespielt. Die SKG Anadoluspor existierte knapp zwei Jahre. Dann stand sie wegen finanzieller Schwierigkeiten vor dem Aus. Damals gab es allerdings noch eine aktive Jugendmannschaft.
Die Verantwortlichen wussten, dass einige Türken einen neuen Verein planten. „Der Vorstand der SKG Anadoluspor kam auf uns zu und fragte, ob wir die Mannschaft übernehmen möchten“, erzählt Sahin. Nach intensiven Gesprächen sei man sich einig gewesen, dass sich die SKG Karadeniz aus der SKG Anadoluspor entwickelt und deren Jugendmannschaft erhalten bleibt.
Die SKG Karadeniz entstand aus dem Wunsch heraus, Türken die Möglichkeit zum Fußballspielen zu geben. „Denn damals taten sich viele noch schwer, sich in deutsche Vereine zu integrieren“, erklärt Sahin. Darüber hinaus habe ein Bedürfnis nach einem Treffpunkt und dem Austausch mit Gleichgesinnten bestanden. Wichtig war und ist für die Sport- und Kulturgemeinschaft daher das Vereinsheim, erst in der Wilhelm-Kalle-Straße, dann in der Kasteler Straße und jetzt wieder in der Wilhelm-Kalle-Straße. Gekickt wird auf dem Kunstrasen im Berliner Stadion.
Von Kerstin Prosch
Quelle ► Wiesbadener Tagblatt